10.02.2021 Wie kombiniert man Farben im Interieur?

Haben Sie sich jemals gefragt, wie Designer es schaffen, die perfekten Farbkombinationen zu finden? Natürlich haben es einige Leute im Blut... Jedoch bedienen sich Profis in der Regel der Theorie des Farbkreises.

Mit der Systematisierung von Farben befassten sich zu verschiedenen Zeiten Isaac Newton, Johann Goethe und andere Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Kunst. Weit verbreitet ist heutzutage der Farbkreis von Johannes Itten, einem Schweizer Maler, Kunsttheoretiker und Pädagogen. Das 12-teilige Farbschema verdeutlicht die Beziehung zwischen Farben und dient als hervorragendes Hilfsmittel bei der Auswahl passender Farbkombinationen. Ittens Farbkreis basiert auf drei Primärfarben: Rot, Gelb und Blau. Erweitert wird der Farbkreis durch die Sekundärfarben (Grün, Lila und Orange), welche aus der Mischung von zwei Primärfarben entstehen. Tertiärfarben komplementieren den Farbkreis aus der Mischung von Primär- und Sekundärfarben. Dabei kann man die Farben im Farbkreis in kalte und warme Töne unterteilen.

Eine separate Kategorie sind die sogenannten "neutralen" Farben: Weiß, Schwarz, Grau, Elfenbein, Beige und Braun. Diese Farben passen sowohl zu leuchtenden Farben aus dem Kreis als auch zueinander.

Wie funktioniert der Farbkreis in der Praxis? Einfacher als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Es gibt ein paar grundlegende Ansätze für die Arbeit mit dem Farbkreis, auf die wir nun ausführlicher eingehen.

Analoge Kombination (analoges Farbschemata) umfasst die Verwendung von zwei oder mehr Farben, die im Farbkreis direkt nebeneinander liegen. Dies ist eine ziemlich „sichere“ Option, die Ihnen ein harmonisches, aber nicht langweiliges Interieur verschafft.




Komplementäre Kombination ist eine Kombination aus zwei Farben, die sich im Kreis genau gegenüber liegen. In diesem Fall dient eine Farbe als Hauptfarbe (diese kann z.B. als Wandfarbe oder für große Möbelstücke verwendet werden) und die Zweite als ergänzende Kontrastfarbe, die sich in Dekoration und Accessoires wiederfindet.

Triadische Kombinationen bestehen aus drei Farben, deren Kombination auf zweierlei Weise möglich ist. Der erste Ansatz — eine kontrastierende Triade — ist es, anstelle einer der Komplementärfarben gleich zwei benachbarte Sektoren zu verwenden. 

Der zweite Ansatz — die klassische Triade — umfasst die Kombination aus drei Farben, die im Farbkreis gleich weit voneinander entfernt sind. Ein gleichseitiges Dreieck hilft Ihnen dabei, die Farben auf dem Kreis zu bestimmen.

Für eine „mutige“ Raumgestaltung werden alle drei Farben gleichermaßen verwendet, um einen farbenfrohes und markantes Interieur zu schaffen. Für ein eher konsumiges Design dient eine Farbe als Hauptfarbe und die anderen Beiden werden für Akzente verwendet.

Eine quadratische oder rechteckige Kombination (Terade) besteht entweder aus zwei Paaren von Komplementärfarben (Rechteck) oder vier Farben in gleichem Abstand zueinander (Quadrat). Solche Farbkombinationen sind recht komplex und eher für erfahrene Designer geeignet.

Wenn Ihnen die vorgeschlagenen Farbkombinationen immer noch zu auffällig erscheinen, sind monochrome Kombinationen ein weiterer interessanter Ansatz für das Arbeiten mit Farben. Hierbei verwendet man eine Grundfarbe und spielt mit Variationen in der Sättigung, ohne andere Farbtöne dazu zu mischen. Mit diesem eher konservativen Ansatz gestalten Sie harmonische Räumlichkeiten. Denken Sie auch daran, dass sich jedes der vorgeschlagenen Farbschemata mit natürlichen Farben kombinieren lässt — bis zu einer Intensität, die für Sie persönlich als angenehm erscheint.

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